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Sebastian Kusenberg

lebt und arbeitet in Berlin

Der Großstadtmensch Sebastian Kusenberg – 1958 in Hamburg geboren und aufgewachsen – lebt seit 1988 in Berlin, ist diplomierter Fotodesigner und Meisterschüler der Universität der Künste in Berlin. Kusenberg arbeitet allein – mit einer Plattenkamera und einem altmodischen Luftdruckfernauslöser. Das Bild entsteht während der relativ langen Belichtungszeit von einer Minute: zwischen dem Moment des Einrichtens der Kamera und der Handlung während der Belichtungszeit. Diese rückt die Figuren ins Schemenhafte, das Gegenlicht verschleiert die Szenerie, doch in den Randbereichen wird das Geheimnisvolle gestochen scharf.

In diesem Zwischenraum gibt der Fotograf die Kontrolle des Apparats auf und überlässt die Bildregie dem Zufall.

Eher zufällig findet Sebastian Kusenberg auch die verlassenen Häuser und verwaisten Höfe – die Rahmenhandlungen. Keine malerische Umgebung, keine überwältigenden Panoramen oder üppige Vegetation. Das „Wo“ spielt in der Serie „ HARD WORK – sweet dreams“ keine Rolle.

Eine Figur lugt durch den Spalt einer Mauer in einer Wohn- oder Schlafstube. Die Tapete ist verblasst, die Struktur des Geästs vor den Fenstern setzt sich in den feinen Rissen im Inneren fort. Ob Krimi oder Komödie, dürfen wir als Betrachter selbst ausmalen. Auf einem Speicher kehrt ein Mann Staub und Schutt, mit einer Egge und sichtbar körperlichen Einsatz. Wer ist der Mann und warum kehrt er seinen Schuppen mit einer Egge?

Erinnerungen. Hinweggefegt. Das Gegenlicht, das durch Ritzen und Luken dringt, hüllt das Ambiente in einen Schleier. Parallel dazu die Bewegungsunschärfe des Mannes. Das Gesicht im Halbprofil, kaum erkennbar. Ein Unbekannter. Unbekannt ist auch der Mann, der den Heuballen ohne Gerätschaft versetzt. Oder derjenige, der die bedrohlich nach vorn gebogene Tanne stützt. Warum sind die Männer da?

Die Serie „HARD WORK – sweet dreams“ unternimmt die Reise in eine geheimnisvolle Welt, die der Künstler nicht plakativ ausmalt, sondern wie eine Plattform ausbreitet, auf der wir die Geschichten im Moment des Betrachtens erinnern.

Weitere Informationen unter: www.sebastiankusenberg.de